Unsere Fahrrad Demo war ein Mega Erfolg!!! Hier geht es zu den Fotos und zur Pressemitteilung.


Widerstand gegen Globus-Baumarkt
Osnabrück: Bürger warnen vor
Verkehrschaos, Versiegelung und
Unglaubwürdigkeit
 WICHTIGER ARTIKEL IN DER  NOZ❗❗

Grünfläche und Lebensqualität statt Verkehrschaos durch Megabaumarkt


Osnabrück, 31. August 2023 - Die Initiative Wir für Hellern informiert am Samstag, 2. September 2023, von 10:00 bis 12:00 Uhr an der Großen Schulstraße über ihre Ziele und Forderungen. Mit einem kleinen Fahrrad-Korso werden zwischen 10:30 und 11:30 Uhr die Auswirkungen des hohen Verkehrsaufkommens demonstriert, falls der geplante Megabaumarkt an der Rheiner Landstraße von der Stadt Osnabrück bewilligt wird. Der Infostand der Initiative wird sich an der Kreuzung Große Schulstraße / Eselspatt befinden.
 
Bei dem Fahrrad-Korso können alle interessierten Bürger:innen mitradeln, die Begleitung durch die Polizei sorgt für einen sicheren Ablauf. In mehreren Runden fahren die Teilnehmer:innen über Große Schulstraße und im oberen Teil angrenzende Straßen. Start ist an der Sporthalle gegenüber der Martinskirche. Dieser Weg wurde ausgesucht um zu zeigen, dass der Ortsteil Hellern weiteren Verkehr nicht mehr verkraften kann.
 
Die Initiative steht ein für den Erhalt des wichtigen Grünlands an der Rheiner Landstraße / Ecke Große Schulstraße. U.a. Vögel, Fledermäuse und Insekten suchen dort ihre Nahrung. Als Kaltluft-Schneise ist die Grünfläche wichtig für das Osnabrücker Stadtklima. Eine weitere Verkehrsbelastung durch den dort geplanten Megabaumarkt ist für den Stadtteil Hellern nicht tragbar.
 
Die Initiative setzt sich darüber hinaus für eine gut durchdachte Stadtentwicklung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes ein. Die Ansiedlung von Gewerbe, die Nutzung von leerstehenden Gebäuden und Flächen sowie die Planung von Radwegen, Straßen und öffentlichem Nahverkehr müssen in Einklang gebracht werden mit der Steigerung der Lebensqualität in Osnabrück.
 
Verantwortlich: Initiative Wir für Hellern
 

Was ist geplant?

 • In Hellern soll zwischen dem Restaurant Poseidon und dem Postverteilzentrum ein 


 Megabaumarkt der Marke Globus entstehen. Globus hat seinen Hauptsitz im Saarland, 


 expandiert bundesweit, die Märkte werden nach einem einheitlichen Schema geplant.


 • Dabei handelt es sich keineswegs nur um einen kleinen Baumarkt für den örtlichen Bedarf


 . Dazu gehören auch ein großes Gartencenter, eine Fahrradabteilung, Glas, 


 Porzellan, Keramik, Spielwaren usw.


 • Flächenbedarf gesamt: ca. 50.000 m², Fläche Bau- und Gartenmarkt: ca. 15.400 m²,


 Fläche Parkplätze: ca.11.700 m², Fläche Mitarbeiter:innenparken, Anlieferungsbereich: ca. 


 6.300 m², Randbegrünung: ca. 11.000 m², Park & Ride: ca. 6.000 m².


 • Zum Vergleich bestehender Megabaumarkt Hornbach: ca. 47.000 m².


 • Eine Neuordnung des Verkehrs mit Umbau des Kreisels beim Restaurant Poseidon, der 


 Rheiner Landstraße und der Großen Schulstraße wird notwendig. 




❗️Vor kurzem wurde in Löhne ( 61 km / 39 Minuten Fahrzeit) fast genau der gleich Baumarkt eröffneIt. Damit man sich ein Bild davon machen kann, was das für ein Betonklotz wird, verlinke ich mal die:❗️



 ❗️Stadtplanung Löhne
❗️Download Lageplan Globus    


   


 Was bedeutet dies für Hellern?

 Verkehrssituation


 • Das Verkehrsgutachten für den Megabaumarkt ist nur eingeschränkt aussagekräftig.


 Insbesondere der veränderte Verkehrsfluss konnte durch die Umbaumaßnahmen an der 


 Rheiner Landstraße (derzeit voll gesperrt) nicht angemessen berücksichtigt werden.


 Außerdem ist das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die neuen Gewerbegebiete 


 zwischen Eselspatt und IKEA sowie an der Blankenburg zwar berechnet worden, die 


 tatsächliche Verkehrsbelastung ist aber noch nicht bekannt.


 • Der Verkehrskreisel am Restaurant Poseidon wird laut Gutachten diese zusätzliche 


 Verkehrslast nicht aufnehmen können und muss umgebaut werden. Die Stadt hat aber in 


 einer Sitzung am 13.10.2022 beschlossen, von einem Umbau vorerst abzusehen. Doch 


 wohin mit dem Verkehr vom Kreisel aus? Über die Große Schulstraße mit 


 Grundschule, zwei Kindergärten, Sporthallen und Wohnbebauung? Oder über die Straße 


 Zum Flugplatz mit wichtiger Bedeutung für die Naherholung im Osnabrücker Westen?


 Auch die Rheiner Landstraße und die Blankenburg, die bereits durch zusätzliche 


 Gewerbegebiete und Autobahnanschlussstelle hoch belastet sein werden, können den 


 Verkehr nicht bewältigen!


 • Je nach Umbau der Straßen und Verkehrsknotenpunkte für diesen Megabaumarkt bleibt 


 kein sicherer Platz mehr für Fahrradfahrer:innen (siehe Bild 3). Will Osnabrück FahrradStadt


 werden? Sollen die Naherholungsmöglichkeiten im Westen von Osnabrück nur noch 


 per Auto zugänglich sein?




 Naturschutz und Klima 


 • Die bisherige Grünfläche, bestehend aus landwirtschaftlich genutztem Bereich und einem 


 kleinen Wald, bietet vielen Tieren Nahrung und Rückzugsmöglichkeit. Hier finden sich


 beispielsweise 11 Fledermausarten, Störche, viele weitere Vogelarten und Rehe.


 • Wiese und Wald tragen an heißen Sommertagen zur Abkühlung bei und leisten einen 


 positiven Beitrag zum Stadtklima.


 • Die Flächenversiegelung, die ein Megabaumarkt mit sich bringt, wird - insbesondere bei 


 starken Regenfällen - den Wasserhaushalt in Hellern weiter belasten. Das Hochwasser 


 2010, bei dem der untere Teil der Großen Schulstraße überflutet wurde, hat gezeigt, was 


 auf Hellern in Zukunft zukommen kann. 


 • Die Müllablagerungen in den ehemaligen Tongruben, die auf diesem Gebiet liegen, 


 erfordern Schutzmaßnahmen wie beispielsweise die Abführung des Methangases im Falle


einer Bebauung. Außerdem ist zu befürchten, dass im Rahmen der Bauarbeiten in den 


 Deponiekörper eingegriffen wird (z.B. Fundamente) und dadurch das Grundwasser 


 gefährdet wird.




 Lärm und Lichtimmissionen


 • Ein Megabaumarkt wird bereits frühmorgens beliefert, Geschäftsschluss ist bei den 


 Globus-Baumärkten in der Regel um 20:00 Uhr. Den gesamten Zeitraum über entsteht 


 Lärm durch die Fahrzeuge, beim Be- und Entladen, bei der Müll-Entsorgung und anderen 


 erforderlichen Arbeiten. Durch die Höhenlage des Grundstückes wird dies in den 


 anliegenden Straßen eine weitere Lärmbelastung neben Autobahnlärm, Verkehrslärm 


 bedingt durch die Rheiner Landstraße und Kleinflugzeuge vom naheliegenden Flughafen 


 mit sich bringen.


 • Dies gilt ebenso für Lichtimmissionen, die ohne Frage deutlich zunehmen werden. Im 


 Westen von Hellern wird es erst weit nach Sonnenuntergang dunkel, wenn die 


 Reklametafeln von IKEA und Kibek erlöschen.




 Struktur des Stadtteils


 • Bereits beschlossene Baumaßnahmen wie der sechsspurige Ausbau der A 30, die 


 Gewerbegebiete Blankenburg / Eselspatt und IKEA bis Eselspatt werden die Wohngebiete 


 in Hellern nahezu einkesseln.


 • Was fehlt sind großzügige Grüne Puffer zwischen schützenswerten Wohnnutzungen und 


 Gewerbegebieten / Megabaumarkt.


 • Wird ein neuer Megabaumarkt zur Verdrängung vorhandener kleinerer Geschäfte oder 


 Märkte führen? Würde eine für den Stadtteil Hellern wertvolle Fläche verloren gehen und 


 an anderer Stelle, ggf. auch in der Innenstadt, entsteht einige Monate später Leerstand?




Wie passt ein Megabaumarkt zu einer neuen Osnabrück-Marke?


 • Derzeit wird an einem neuen Image von Osnabrück gearbeitet, die Bürger:innen sind 


 zur Beteiligung aufgerufen: Osnabrück erleben - Mitmachen beim Markenprozess! Dabei


 soll auch die Frage geklärt werden „Was macht Osnabrück attraktiv und lebenswert?“. Mit 


 Gewerbegebieten zugepflasterte Eingangsstraßen? Die Ansiedelung des Megabaumarktes


 auf einer Grünfläche am Ortseingang als „Visitenkarte“ passt nicht zu einer


 zukunftsorientierten Stadt.


 • Ein Märkte- und Zentrenkonzept für Osnabrück gibt es bereits, doch wird dieses ernst 


 genommen? Ein neuer Megabaumarkt ist in diesem Konzept nicht vorgesehen (letzte 


 Aktualisierung 2019). Auch andere Konzepte der Stadt, die einen weiteren Megabaumarkt


 empfehlen, gibt es nicht. Welcher Bedarf ist wirklich vorhanden? Nach den vielen 


 Fehlplanungen wie Neumarkt, Johannisstraße, Salzmarkt und Rosenplatz sollte die Stadt 


 zukunftsorientiert und gesamtstädtisch planen.


 • Osnabrück könnte unter Berücksichtigung der unten genannten Anforderungen eine


 „Einkaufsstadt der Zukunft“ werden: Wie sind Einzelhandel in der Innenstadt, 


 Einkaufsmöglichkeiten in städtischen Randgebieten und Online-Handel (mit inzwischen 


 sehr problematischem Anlieferungsverkehr) in einem ökologisch und verkehrstechnisch 


 stimmigen Gesamtpaket zu vereinbaren?


 • Für die ökologisch orientierte Stadtentwicklung gibt es schon heute verschiedene 


 überzeugende Konzepte, die umgesetzt werden sollten: „Fahrradfreundliche Stadt“, 


 „Schwammstadt“ (das gesamte Regenwasser versickert im Stadtgebiet), usw.


 Eine zukunftsfähige Stadt braucht klare Planungsvorgaben: 


 • Flächensparendes Bauen z.B. durch mehrstöckige Gewerbebauten und Parkdecks.


 • Nachnutzung vorhandener Immobilien und Gewerbeflächen bei Leerstand.


 • Mehr Grünflächen und weniger Verkehr